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Gluten-Intoleranz

Gluten-Intoleranz – was tun?

Produkte speziell für Nahrungsmittel-Intoleranzen erobern die Regale der Supermärkte

Immer mehr glutenfreie Produkte, auch für Babys, füllen die Regale der Supermärkte. Gerade Menschen, die auf Ihre Ernährung achten, fragen sich nun, ob Produkte ohne Gluten der Maßstab für eine gesunde Ernährung sind. Aber nicht nur die Anzahl an glutenfreien Produkten nimmt zu. Immer häufiger stößt man auf Nahrungsmittel-Intoleranzen: Laktose-Intoleranz, Fruktose-Intoleranz und Gluten-Intoleranz erscheinen immer öfter auf Nahrungsmitteln. Das könne dazu führen, dass schon die kleinste Verdauungsbeschwerden von Betroffenen als ernsthafte Unverträglichkeit oder Allergie eingestuft wird, so berichtet SCIENCE.ORF.at in einer Meldung.

Die verschiedenen Seiten der Gluten-Unverträglichkeit

Bei Gluten handelt es sich um ein Klebereiweiß, welches in Weizen, Hafer, Roggen, Gersten, Dinkel, Grünkern, Kamut und anderen Getreidesorten vorkommt. Dabei ist Unverträglichkeit aber nicht gleich Unverträglichkeit. Man unterscheidet zwischen Weizenallergie, Zöliakie oder Gluten-Sensitivität. Die Zöliakie ist eine chronische Verdauungs-Erkrankung, die angeboren ist. Wegen der Vielfalt der Symptome wird die Zöliakie gerne auch als Chamäleon bezeichnet. Etwa 1 Prozent der Bevölkerung leidet darunter und muss daher vollständig auf gluten Verzichten. Nur 0,1 Prozent leiden unter einer Weizenallergie, also einer Immunreaktion, ausschließlich auf Weizen. Von einer Gluten-Sensitivität, oder auch Nicht-Zöliakie-bedingte-Gluten-Sensitivität, kann gesprochen werden, wenn die Zöliakie ausgeschlossen wurde. Diese Intoleranz ist eine relativ moderne Erscheinung, die erst in den letzten Jahren durch Studien bestätigt wurde. Über die unterschiedlichen Formen und deren Ursachen ist bisher wenig bekannt. Die Symptome reichen, ähnlich wie die der Zöliakie, von Blähungen über Bauchbeschwerden bis hin zu Durchfall, Müdigkeit und vielen anderen. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Blähbauch auch eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten mit sich bringt. Denn es gibt weitere anlagebedingte Intoleranzen mit ähnlichen Symptomen. Wer jedoch von einer Gluten-Unverträglichkeit betroffen ist, sollte diesen Verdacht von einem Arzt bestätigen lassen. Dieser kann auch die Ursachen für die Unverträglichkeit identifizieren. In vielen Fällen ist dann der sporadische Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel ausreichend und eine lebenslange glutenfreie Diät nicht notwendig.

Vorsicht beim Glutenverzicht

Gerade auch bei der Babynahrung verweisen die Hersteller immer häufiger auf glutenfreie Produkte. Dabei ist eine glutenfreie Ernährung für Babys nicht ratsam. Glutenhaltige Nahrung hilft, Unverträglichkeiten gegenüber Gluten frühzeitig zu identifizieren. Verhindert werden kann eine Gluten-Intoleranz ohnehin nicht. Und auch der Beweis, dass eine glutenfreie Ernährung im Kindesalter Allergien vorbeugt, bleibt aus, wie der Leiter der Ambulanz für Zöliakie im AKH Wien, Harald Vogelsang, erklärte.

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