Home / Aktuelle Meldungen / Macht Obst traurig? – Depression als Folge von Fruktoseintoleranz
ratlos

Macht Obst traurig? – Depression als Folge von Fruktoseintoleranz

Obst und Gemüse sind gesund. Sie enthalten Vitamine und viele sekundäre Bestandteile, die dem Körper gut tun.
Das trifft leider nicht auf alle Menschen zu. Zwanzig Prozent der deutschen Erwachsenen und ein Dritter der Kinder leiden an einer Fruktoseintoleranz. Sie müssen alle Nahrungsmittel meiden, die Fruchtzucker oder Süßstoff enthalten.
Dazu gehören nicht nur viele Früchte, sondern auch eine Reihe Nahrungsmittel, die auf den ersten Blick nicht an Fruchtzucker denken lassen.

• Fertigprodukte
• Früchtetee
• Fruchtzubereitungen
• Früchte: Ananas, Äpfel, Birnen, Granatäpfel, Kirschen, Kiwi, Mango, Pflaumen
• Gemüse: Porree, Sauerkraut, Tomaten, Weißkohl, Zwiebeln
• Honig
• Ketchup
• Getränke, alkoholfrei
• Mineralwasser aromatisiert, Most, Softdrinks,
• Getränke, alkoholisch: Champagner, Schnaps, Wein (süß)
• Senf
• Süßigkeiten
• Trockenfrüchte

Wer also nach diesen Nahrungsmitteln regelmäßig Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall feststellt, sollte an eine Fruktoseintoleranz denken. Doch was ist das eigentlich?

Fruktoseintoleranz – Was grummelt da im Darm?

Fruktose ist der Zucker, der in Früchten und zum Beispiel in den oben beschriebenen Nahrungsmitteln aufgeführt ist.
Im Gegensatz zur Allergie wird bei einer Intoleranz eine kleine Menge Fruchtzucker vom Körper vertragen wird. Beim gesunden Menschen sind das etwa 50 Gramm.
Wer von einer Unverträglichkeit betroffen ist, verträgt weniger Fruchtzucker.

Die Forschung ist noch dabei, genauer herauszufinden, wie die Aufnahme von Fruchtzucker im Darm abläuft.
Bisherige Erkenntnisse beschreiben die Transportproteine GLUT-2 und GLUT-7 als Transportstoffe, die den Fruchtzucker in die Dünndarmzelle und danach ins Blut bringen.
Wird das Transportprotein GLUT-2 blockiert, zum Beispiel durch Sorbit, kann nicht genug Fruchtzucker im Darm aufgenommen werden. Dagegen wirkt sich der Einfluss von Traubenzucker stimulierend auf das Transportprotein aus. Idealerweise halten sich Traubenzucker und Fruchtzucker im Körper die Waage.

Fructobalax bei Fructoseintoleranz

Fruktoseintoleranz – Und nun?

Anders als bei einer Allergie besteht bei einer Intoleranz eine gewisse Toleranzschwelle. Diese kann sich immer wieder verändern.
Wer an einer Fruktoseintoleranz leidet, sollte Süßstoffe wie Sorbit und Isomalt meiden, da sie die Verdauung von Fruchtzucker blockieren. Essen Sie jedoch mehr Traubenzucker, kann sich die verträgliche Menge an Fruchtzucker erhöhen.

Bevor ein Betroffener den Arzt aufsucht, vergeht nicht selten eine recht lange Zeit. Der Grund liegt darin, dass die Verdauungsbeschwerden diffus sind und an Fruktoseintoleranz als Ursache nicht gedacht wird.
Ein anderes Symptom ist vielleicht viel belastender: Die depressiven Verstimmungen. Wer sich müde, abgeschlagen, antriebslos und bedrückt fühlt, hat vielleicht schon vermutet, dass er an einer Depression leidet. Die Ursache für dieses Stimmungstief kann eine Fruktoseintoleranz sein.
Wenn Früchte auf die Stimmung drücken

Unsere Stimmungen werden nicht nur vom „positiven Denken“ beeinflusst, sondern auch von Stoffwechselvorgängen in unserem Inneren. Sicher haben Sie schon den Begriff „Glückshormon“ gehört. Gemeint ist damit das Serotonin. Serotonin ist ein Botenstoff, der für die Reizübertragung im Gehirn wichtig ist. Er erzeugt positive Stimmung und steuert das Sättigungsgefühl.
Serotonin wird aus Tryptophan gebildet, einer essenzielle Aminosäure. Das ist ein Eiweißbaustein, den der Körper nicht selbst bilden kann, sondern durch die Nahrung aufnehmen muss.

Ist die Aufnahme des Fruchtzuckers jedoch gestört, befinden sich im Darm besonders viele Fruchtzucker-Moleküle. An diese bindet sich das Tryptophan und kann dann nicht von Blut aufgenommen werden. Es kommt also zu einem Mangel an Tryptophan und damit auch an dem Glückshormon Serotonin.
Der Körper reagiert mit einem Stimmungstief und mit Heißhunger, oft auf Süßes. Werden nun Speisen mit viel Fruchtzucker verzehrt, führt das nicht zu einer Verbesserung der Situation, da die Aufnahme von Tryptophan ja weiterhin gehemmt wird. Der Serotoninspiegel bleibt niedrig und die Stimmung sinkt weiter.

Was tun, wenn die Stimmung sinkt?

Wer von einer Fruktoseintoleranz betroffen ist, lernt auf die Signale seines Körpers zu hören. Er meidet bestimmte Nahrungsmittel und testet immer wieder aus, wie viel Fruktose für ihn verträglich ist.
Dabei lohnt es sich, auf Nahrungsmittel mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Glukose und Fruktose zu achten. Das kann die Aufnahme des Fruchtzuckers im Darm verbessern und damit die Serotoninproduktion ankurbeln. Deshalb kommen  in einem bestimmten Maß sogar fruktosehaltige Nahrungsmittel für den Verzehr in Frage.

Beispiele für solche Nahrungsmittel sind:

• Babussprossen
• Früchte:
Brombeeren, Grapefruit, Heidelbeeren, Himbeeren, Mandarinen, Pfirsiche, Zitronen
• Gemüse:
Aubergine, Blumenkohl, Brokkoli, Champignons, Kartoffeln, Rote Bete, Spinat, Süßkartoffeln, Zwiebeln
• Salatgurke
• Kakaopulver
• Kokosmilch

Sinkt bei einem scheinbar gesunden Menschen die Stimmung immer wieder ohne ersichtlichen Grund, sollte die Verträglichkeit von Fruktose untersucht werden. Ein einfacher Atemtest beim Arzt ist dafür ausreichend.

 

Bild: © Gernot Krautberget, Fotolia.com

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 10.0/10 (2 votes cast)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: +1 (from 1 vote)
Macht Obst traurig? – Depression als Folge von Fruktoseintoleranz, 10.0 out of 10 based on 2 ratings

Über Redaktion unbeschwert-essen

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Required fields are marked *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>