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Neurodermitis

Neurodermitis bei Kindern

Wenn Nahrungsmittel als Auslöser von Neurodermitis verdächtigt werden

Bei Kindern mit Neurodermitis werden oft Nahrungsmittel als Ursache vermutet. Doch laut der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin, kurz GPA, sind nur in jedem zweiten Fall Nahrungsmittel die Auslöser dieser allergischen Reaktionen. Daher ist es besonders wichtig, dass Nahrungsmittelallergien entsprechend sorgfältig diagnostiziert werden. Diäten für Kinder sollten auf keinen Fall im Alleingang angesetzt werden. Insgesamt sind im Nahrungsmittelallergieregister der GPA bisher mehr als 2.300 Verdachtsfälle registriert, wobei der Verdacht nur bei einem sehr kleinen Teil bestätigt wurde. Wird bei einem Neurodermitis-Patienten von einer Nahrungsmittel-Allergie als Auslöser ausgegangen, kann dies laut curado.de nur bei etwa 50 % der Fälle bestätigt werden.

Achtung bei gut gemeinten Diäten

Viele betroffene Familien verzichten auf eine Diagnose des Arztes und streichen eigenmächtig verdächtige Lebensmittel vom Speiseplan. Das Ergebnis daraus sind häufig sinnlose Diäten, die mitunter schädlich für die Kinder sein können. Fakt ist es, dass die Lebensqualität von Neurodermitis-Patienten durch die Erkrankung eingeschränkt ist. Durch eine unnötige Diät verschlechtert sich diese zusätzlich. Die Folgen sind soziale Ausgrenzungen, aber auch Gesundheitsschäden aufgrund einer Fehl- oder Mangelernährung. Ziel der Familien ist es, die Neurodermitis durch eine Ernährungsumstellung zu verbessern. Weitere Ekzemschübe bringen dann jedoch sehr häufig eine weitere Einschränkung des Speiseplans mit sich. Nicht immer stammen diese Diät-Vorschläge aus der Familie. Es gibt auch Fälle, in denen derartige Pauschaldiäten von Therapeuten verordnet werden.

Identifikation von Allergien wird immer zuverlässiger

Mittlerweile ist es möglich, Allergien anhand guter Diagnostiken zuverlässig zu identifizieren. Blut- und Hauttests können in jedem Alter durchgeführt werden. Zu ihrer Interpretation ist jedoch ein Kinder- und Jugendarzt gefragt, der im Bereich der Allergien erfahren ist. Denn nicht selten kommt es vor, dass Ekzem-Patienten positive Testergebnisse bei Nahrungsmitteln zeigen, auf die sie nicht mit klinischen Symptomen reagieren. So ist nicht jedes positive Testergebnis der Beweis für eine Allergie. Bei nicht eindeutigen Testergebnissen hilft eine orale Provokation, wobei auch hier selten Nahrungsmittelallergien nachgewiesen werden können. Erfahrungsgemäß werden weit mehr Allergien ausgeschlossen als tatsächlich bewiesen. Dennoch ist es wichtig, Nahrungsmittelallergien ausschließen zu können, denn dadurch ist es möglich, unnötige Diäten zu verhindern. Wichtig ist es, dass sowohl Allergiediagnostik als auch Allergietherapie bei Patienten mit Neurodermitis dem Schweregrad der Erkrankung angepasst werden. So wird bei geringen Ekzemen oft eine weitere Diagnostik überflüssig, wenn sie mit Lokaltherapien behandelt werden können. Schwere Ekzeme hingegen benötigen häufig eine Eliminationsdiät. Zu beachten ist, dass gerade bei kleineren Kindern Allergien mit dem Alter verschwinden können. Sollte also eine Eliminationsdiät nötig sein, muss regelmäßig geprüft werden, ob die Allergie noch immer vorhanden ist.

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