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Sorbit-Unverträglichkeit: Diagnose und Therapie

Sorbit gehört zu den Süßungsmitteln und wird von vielen ernährungsbewussten Menschen geschätzt. Grund: Es schmeckt süß und enthält weniger Kalorien als Zucker. Wenn sich nach dem unbeschwerten Genuss von Süßigkeiten oder Fertiggerichten Bauchschmerzen und Blähungen einstellen, denken die Wenigsten an eine Sorbit-Unverträglichkeit. Doch diese tritt öfter auf als man denkt. Denn Sorbit ist aus der Nahrungsmittelindustrie fast nicht mehr wegzudenken.

Süßstoff und Feuchthaltemittel

Sorbit, genauer gesagt, Sorbitol, ist ein Zuckeralkohol. Er ist natürlicherweise in vielen Früchten enthalten, zum Beispiel in Birnen, Äpfeln und Pfirsichen. Trauben und Ananas zählen hingegen zu den Früchten, die wenig oder kein Sorbit enthalten.

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Die Nahrungsmittelindustrie gewinnt Sorbit aus dem Traubenzucker von Mais- und Weizenstärke.

Sorbit ist aber auch in der Nahrungsmittelindustrie ein beliebter Zusatzstoff, bekannt als E 420. Als Zuckeraustauschstoff ist Sorbit in vielen industriell hergestellten Nahrungsmitteln enthalten, zum Beispiel in Light-Produkten. Verbraucher werden durch den Begriff „zuckerfrei“ dazu motiviert, diesen Produkten den Vorzug zu geben. Sorbit enthält im Vergleich zu Haushaltszucker fast nur die Hälfte an Kalorien. (Haushaltszucker: 17 kJ/Gramm, Sorbit: 10 KJ/Gramm). Es hat außerdem eine geringere Süßkraft (ca. 60 Prozent), so dass mehr Sorbit zum Süßen nötig ist und kaum Kalorien eingespart werden. Doch das ist vielen Konsumenten nicht bekannt.

Sorbit ist nicht nur ein Süßungsmittel, sondern soll auch das Austrocknen von Nahrungsmitteln verhindern. Oft erfüllt Sorbit gleich beide Funktionen. Deshalb ist es in Ketchup, Senf, Mayonnaisen, Marinaden Backwaren und Diabetikerprodukten enthalten. Weiterhin ist manchen Bier- und Weinsorten Sorbit beigesetzt. Die schon erwähnten Light-Produkte und die meisten Fertiggerichte enthalten Sorbit. Selbst Kosmetika, Kaugummis, Zahncremes und pharmazeutische Produkte kommen scheinbar nicht ohne Sorbit aus. Doch Sorbit ist nur begrenzt verträglich.

Wie viel Sorbit ist verträglich?

Gesunde Menschen vertragen Sorbit bis höchstens 50 Gramm. Haben sie einen empfindlichen Darm, kann diese Menge bedeutend geringer sein. Der Grund liegt in der begrenzten Aufnahmekapazität des Dünndarms. Außerdem blockiert Sorbit die Aufnahme von Fructose im Darm. Deshalb reagieren besonders Menschen mit Fructoseintoleranz auf Sorbit mit Magen- und Darmbeschwerden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Aufstoßen
  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
  • Übelkeit
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Migräne
  • Müdigkeit

Selbst Migräne, häufige Müdigkeit und Depressionen können Anzeichen von Sorbitunverträglichkeit sein.
Die Diagnose einer Sorbitunverträglichkeit ist nicht aufwendig.

Sorbit-Unverträglichkeit: Diagnose durch Atemtest

Eine Sorbit-Unverträglichkeit lässt sich leicht mit einem Atemtest durchführen. Der Patient nimmt eine Lösung, die reichlich Sorbit enthält, zu sich. Danach wird gemessen, wie viel Wasserstoff in der ausgeatmeten Luft enthalten ist. Liegt der Gehalt über 20 ppm im Vergleich zu dem Ausgangswert, wird von einer Sorbit-Unverträglichkeit ausgegangen. Das bedeutet, Sorbit weitestgehend zu meiden.

Sorbit-Unverträglichkeit: Die Therapie heißt Ernährungsumstellung

Die erste Regel lautet: Sorbit (E 420) meiden. Das ist anfangs nicht so einfach, bedeutet es doch, immer wieder die Zutatenlisten von Nahrungsmitteln genau zu studieren. Hinter folgenden E-Nummern verbergen sich Verbindungen mit Sorbit:

E 432, E 433, E 434, E 435, E 436, E 491, E 492, E 493, E 494, E 495

Besonders, wer von einer Fructoseintoleranz betroffen ist, sollte auch Sorbit meiden.

Sorbit und Fruchtzucker – Bauchschmerzen

Sorbit wird im Darm teilweise in Traubenzucker und teilweise in Fruchtzucker umgewandelt. Das heißt, er belastet das „Fructosekonto“, das durch eine aufmerksame Ernährung eigentlich ausgeglichen ist.

Sorbithaltige Nahrungsmittel sollten, falls überhaupt, nicht gemeinsam mit Fruchtzucker verzehrt werden. Grund: Sorbit blockiert das Transportprotein GLUT-5, das für die Verwertung von Fruchtzucker notwendig ist. Isst man zum Beispiel eine Birne und kaut danach ein sorbithaltiges Kaugummi, können sich Bauchschmerzen oder andere Symptome einstellen.

Wer kochen kann, ist klar im Vorteil

Wer selbst aus frischen Zutaten kocht, kann kontrollieren, wie viel Zucker oder Sorbit in den Zutaten enthalten ist. Dazu gibt es viele Listen, die auch bei Ärzten erhältlich sind.

Wenig oder kein Sorbit sind zum Beispiel hier enthalten:

  • Getränke: Wasser, Kaffee, Milch, Kräutertee
  • Getreide: Müsli selbst gemacht  Brot lt. Zutatenliste
  • Gemüse: Alle Sorten
  • Obst: Zitrusfrüchte, Banane, Feige, Kiwi, Mango, Melone
  • Milch: Milch und Joghurt ohne Zusätze
  • Fleisch: Unverarbeitet
  • Fisch: Unverarbeitet
  • Eier
  • Süßigkeiten: Honig, Bitterschokolade (Zutatenliste lesen)
  • Fette und Öle

Was anfangs umständlich wirkt, ist nach einiger Zeit zur Gewohnheit geworden. Das verbesserte Bauchgefühl zeigt, dass man auf dem richtigen Weg ist.

 

Bildnachweis: © Picture-Factory – Fotolia.com

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