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Sorgt der Darm für gute Laune?

 

Die Forscher sind noch dabei, den menschlichen Darm zu erforschen. Speziell die Darmflora gibt ihnen noch viele Rätsel auf. Einhundert Billionen Bakterien beherbergt jeder Mensch in seinem Darm. Das ist das Zehnfache der Anzahl unserer Körperzellen. Die Darmbakterien beeinflussen die Verdauung und vielleicht sogar unser Verhalten. Der Gastroenterologe und Arzt Emeran Mayer von der University of California in Los Angeles klärt über diese und andere erstaunliche Zusammenhänge auf. Darüber berichtet die Seite spiegel.de.

Der Darm und seine Bewohner – Gegenseitige Hilfe

Im Laufe der Entwicklung haben sich die Mikroorganismen im menschlichen Darm angesiedelt. So entstand Symbiose, also eine Lebensgemeinschaft mit gegenseitigem Nutzen: Der Darm gibt seinen „Bewohnern“ ein Zuhause, für das sich die Mikroorganismen mit tatkräftiger Hilfe bei der Verdauung bedanken.
Inzwischen glauben Forscher dass die Mikroorganismen auch das Körpergewicht beeinflussen. Bei manchen Menschen arbeiten sie so effizient, dass sie sogar unverdauliche pflanzliche Fasern in verdauliche kurzkettige Fettsäuren umwandeln. Sie können aber noch mehr, woran früher niemand dachte.

Für gute Stimmung sorgen?

Es gibt Ansätze in der Forschung, die den Zusammenhang zwischen Darmflora und Angstgefühlen nahelegen. Bisher wurde diese Annahme nur an Mäusen überprüft: Ängstliche Mäuse wurden viel mutiger, nachdem ihnen die Darmflora von mutigen Tieren übertragen wurde.
Bei einer Gruppe Probanden wurde der Zusammenhang zwischen der Einnahme eines Jughurts mit speziellen  Bakterienstämmen  und ihrem Angst- oder Mutgefühl getestet. Veränderungen im Gehirn waren zwar zu messen, jedoch fühlten die Personen selbst keinen Unterschied.

Die Forscher bleiben am Ball

Den Probanden wurden Bilder mit traurigen, wütenden oder ängstlichen Gesichtern gezeigt. Dabei wurden die Gehirnreaktionen gemessen. Die Region für die Verarbeitung negativer Emotionen, das Limbische System, war nach dem Verzehr des Joghurts weniger aktiv.

 

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Die Forscher werden diesen Zusammenhängen weiter auf der Spur bleiben. Eine Studie mit ängstlichen oder depressiven Patienten wird vielleicht mehr Aufschluss geben, so Professor Mayer. Doch warum beeinflussen die Darmbakterien das Verhalten eines Menschen? Dazu gibt es schon einige Annahmen.

Das Ökosystem Darm

Die Bakterien wollen überleben; das geht nur, wenn der Mensch ihnen Nahrung zuführt. deshalb glauben einige Forscher, dass Hungergefühle von den Darmbakterien ausgelöst werden.
Der Darm gleich einem in sich geschlossenes ökologisches System. Die Vielfalt an unterschiedlichen Bakterienstämmen ist für das Funktionieren des Systems vorteilhaft. Doch als es entstand, waren die Ernährungsbedingungen völlig andere. Dr. Mayer glaubt, dass der Darm auf die industriell verarbeiteten Nahrungsmittel nicht mehr eingestellt ist.

Bei vielen Erkrankungen ist die Darmflora verändert. Doch ob diese Veränderung die Krankheit ausgelöst hat oder nur eine Folge davon ist, wird noch erforscht.
Es werden viele neue Erkenntnisse rund um die Darmflora erwartet.

 

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