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Fünf Ärzte tappten im Dunkeln…

Es begann im Januar 2000 von einem Tag auf den anderen. Ich hatte aufgehört zu rauchen und plötzlich quälten mich Blähungen und Verstopfung aufs Übelste. Natürlich dachte ich zuerst, es hätte damit zu tun, daß mir das Nikotin fehlt, die Ärzte meinten zwar, es könne, müsse aber nicht, forschten aber auch nicht weiter nach.

Bis Juni lief ich also mit einem Riesenbauch und Verstopfung umher, ich konnte so alle 2 Wochen, nach Einnahme von Abführmitteln, mal auf die Toilette. Aus Verzweiflung und auf den indirekten Rat meines Arztes “Mit Nikotin werden Sie Ihre Probleme sicherlich wieder los” fing ich wieder an zu rauchen – und es wurde nicht besser. Zu dieser Zeit ging ich nur noch ungern aus, und wenn, aß ich vorher ca. 8 Stunden nichts mehr, damit ich ja nicht aufblähe. Das Schlimme waren auch diese wirklich übelriechenden Winde.

Wieder ging ich verstärkt auf Arztsuche. Einer würde mir ja mal sagen können was mir fehlt?! Tja, Fehlanzeige. Was dann kam war echt krass. Einer machte Ultraschall, sagte: “Naja, der ganze Dickdarm ist mit Luft voll.” Auf meine Frage woher das käme, ein lapidares Schulterzucken und gute Ratschläge, Vollkost, Bewegung (ich trainiere sowieso schon 3 x die Woche!) Dann folgte einer, der sagte “Dann machen Sie sich doch immer einen Einlauf”. Einer wollte sofort den Darm spiegeln, was ich aus Hasenfuß-Gründen nicht habe machen lassen.

Und zum Schluß verschrieb mir einer der fünf Internisten, die ich aufsuchte, Laktose in Pulverform, damit würde es schon wieder werden.Was wurde, war, daß ich glaubte zu explodieren und zwei Wochen brauchte, um meinen Darm wieder zu beruhigen. Aber dabei wurde mir klar, daß ich irgendwie auf Laktose reagiere. In den nachfolgenden Wochen und Monaten beobachtete und dokumentierte ich mein Essverhalten und siehe da, des Rätsel Lösung: “Laktoseintoleranz”! Ich testete mich selbst aus, aß mal einen Joughurt, trank mal ein bischen Milch, dann wieder Sojamilch, dann wieder eine Woche keine laktosehaltigen Lebensmittel (was ein Oh-Erlebnis ist, denn sogar in Butterkeksen, Tütensuppen und in 90 % aller Tabletten ist Laktose drin).

Jedenfalls wußte ich endlich, was mir fehlte, bzw. zuviel war und jetzt ess ich viel Frischkost, lese immer die Packungszettel durch und hab endlich keine Probleme mit der Verdauung mehr. Mein Bauch ist wieder flach, auch nachmittags noch und für Festivitäten oder Restaurant-Besuche habe ich mir Laktase zugelegt, da reicht 1 Stück für ein Essen mit Sahne-Sauce. Und so gehts mir heute wieder richtig gut, allerdings passierts manchmal trotzdem noch, daß ich Laktose esse und hinterher erst merk, daß was drin war. Zu denken gibt mir immer noch, daß keiner der fünf Ärzte in diese Richtung geforscht hat, bzw. mich auch nur einmal richtig untersucht hat, erst als ich mit meiner Diagnose kam wurde die bestätigt. Kostengründe?

Alexandra I.

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