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Laktoseunverträglichkeit ist weit verbreitet

In Deutschland sind schätzungsweise 15 bis 25 Prozent der Bevölkerung von Laktoseunverträglichkeit betroffen, weltweit etwa die Hälfte der Menschen. Sie leiden nach dem Verzehr von Milchprodukten an verschiedenen Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Anders als die Milchallergie ist die Laktoseunverträglichkeit lästig, aber nicht gefährlich. Sie beruht auf einer Abbaustörung von Milchzucker. Das erklärt Professor Richard Raedsch, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologe des St-Josefs-Hospitals in Wiesbaden gegenüber der Seite t-online.de

Wie entsteht Laktoseunverträglichkeit?

Die Zuckerart Laktose ist in Milch und Milchprodukten enthalten. Das bedeutet, dass sie auch in Backwaren, Fertigsoßen, Gewürzmischungen und anderen Nahrungszubereitungen enthalten ist. Auch fettreduzierten Lebensmitteln ist Laktose zugesetzt.
Im Dünndarm wird die Laktose von dem Enzym Laktase abgebaut. Produziert der Dünndarm zu wenig von diesem Enzym, gelangt die Laktose in den Dickdarm. Dort setzen dann von Gärungsprozesse ein, die von Bakterien ausgelöst werden. Durch diese Gärungsprozesse entstehen Völlegefühl, Bauchschmerzen und andere Beschwerden.

Die Ursachen von Laktoseunverträglichkeit

Es gibt verschiedene Ursachen für den Mangel an Laktase. Häufig ist der Laktasemangel genetisch bedingt. Mediziner sprechen dann von einem primären Laktasemangel. Während der Dünndarm im Kindesalter noch genügend Laktase produziert, vermindert sich die Laktase im späteren Lebensalter. Es gibt auch seltene Fälle von angeborenem Laktasemangel. Hier produziert der Dünndarm von Geburt an keine oder zu wenig Laktase.
Die sekundäre (erworbene) Laktoseunverträglichkeit geht mit einer Entzündung des Magen-Darm Traktes oder einer chronischen Darmerkrankung wie zum Beispiel Morbus Crohn einher. Diese Form der Unverträglichkeit bildet sich zurück, wenn die primäre Erkrankung behandelt wurde.

Die Diagnose der Laktoseunverträglichkeit

Wer nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten Beschwerden im Magen-Darm-Bereich verspürt, führt einen Expositionstest durch. Der Betroffene lässt für einige Tage jegliche Milchprodukte weg. ist er in dieser Zeit beschwerdefrei, ist eine Laktoseunverträglichkeit wahrscheinlich. Treten nach der Aufnahme von Laktose erneut Beschwerden auf, bestätigt dies den Verdacht.
Ergibt dieser Test kein eindeutiges Ergebnis, kann der Arzt mit Hilfe eines H2-Atemtestes oder eines Gentestes den Ursachen der Beschwerden auf den Grund gehen.
Stellt sich heraus, dass eine Laktoseunverträglichkeit vorliegt, müssen Betroffene ihre Ernährung entsprechend gestalten.

Laktoseunverträglichkeit und Kalziumversorgung

Milch gilt als wichtige Kalziumquelle. Wer darauf verzichten muss, greift auf Alternativen zurück. Laktosefreie Milchprodukte sind dafür gut geeignet. Außerdem sollten Reis- und Sojagerichte in den Speiseplan aufgenommen werden.
Reifer Käse, wie zum Beispiel Emmentaler, enthält kaum Milchzucker und ist bekömmlich. Insgesamt wird eine ausgewogene Ernährung empfohlen: Frisches Obst und Gemüse, Ballaststoffe und wenig Wurst, Fleisch und Süßwaren sollten verzehrt werden.
Laktasepräparate eignen sich, um trotz Laktoseunverträglichkeit Milchprodukte verzehren zu können. Betroffene sollten sich jedoch vorher ärztlichen Rat einholen.
Die Krankenkasse zahlt Laktasepräparate nicht. Grund: Laktoseunverträglichkeit gilt als Befindlichkeitsstörung, nicht als Erkrankung.

 

Bild: ©-Yana-Fotolia.com

 

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