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Fein – mir geht’s jetzt einfach gut

vIn „jungen Jahren“ trieb ich viel Sport, da ich immer „eine dicke Wampe“ hatte. Ich suchte mir Budosport aus, da er lt. Kalorientabelle den höchsten Verbrennungswert hatte…. Der Trainer hatte die niedliche Angewohnheit, einem einen kurzen Tritt in den Bauch zu verpassen (durchtrainiert tut’s auch nicht weh). Klappte durch intensives Training auch gut bei mir – nur: meine Wampe blieb!
Die Jahre gingen ins Land, die Wechseljahre kamen – und da ging’s richtig los. Asthma, Bronchitis, quälender Husten mit wirklich widerlichem Schleim, Hautausschlag, Gliederschmerzen, Quincke-Ödeme, Behandlung auf Refluxmagen, Schlaflosigkeit, Hitzewallungen – aber 5-minütlich, Depressionen, Übergewicht. Möglich, dass ich noch was vergessen habe. Es war richtig nett. Krankenhauseinweisungen, pornografische Fotografien bis ins tiefste Innere meines Körpers,zweifelnde Blicke von Ärzten und die nette Analyse: manchmal redet man sich auch mal was ein…
Irgendwann wühlte ich mich wieder durchs Internet (mittlerweile war ich so weit, dass ich mir schon eine Mukoviszidose andichtete). Dort stiess ich auf Nahrungsmittelintoleranzen. Zudem bescherte mir ein glücklicher Zufall die Bekanntschaft mit einem anderen Betroffenen. Erst dachten wir, wir seien Geschwister, dann kamen wir auf die gleiche Krankheit und forschten nach. Treu vereint kamen wir auf Laktose, Fructose und Histamin-Intoleranz. Aber wie kommt man an die „richtige“ Diagnose? Meiner Hausärztin – die mir wirklich immer treu zur Seite stand, aber leider auch nicht wusste was es war, fiel kein Kollege ein. Allergologen aller Art – inkl. der Uniklinik in Frankfurt hatten wir alle durch. Ich recherchierte gemeinsam mit meinem Leidensgenossen und fanden dann die Bücher von Thilo Schleip, Libase und und und. Dann endlich eine Adresse eines Arztes! In Bad Nauheim – in der Grossstadt Frankfurt gabs niemanden, der mit mir einen Atem-/Bluttest machen konnte!

Da bekam ich Sonntags Rückenschmerzen. Ich wollte nicht schon wieder bei der Arbeit fehlen und ging deshalb zu einem Notarzt in einer Klinik. Dem guten Mann erzählte ich von meiem Verdacht und er meinte mit nettem gönnerhaftem Lächeln: „ach ja die Pizza-Allergie“. Sein Assistent fragte: „was ist denn das?“ Antwort: „Die Patientin bekommt Probleme, wenn sie etwas isst, was auf oder in der Pizza ist – Hefe, Salami, Tomaten, alter Käse.“

Jipiie – ich hatte jemanden gefunden. Da nahm ich doch freudig die Tabletten. Das Ende: ich lag mit einer doppelseitigen Lungenentzündung flach und meine Ärztin pflegte mich daheim, da ich in der Klinik unter Garantie das falsche Essen bekommen würde.

Tja, was soll ich sagen: ich wühle mich seitdem mit einem 6kg schweren Buch (Soucci Fachmann Kraut, Nachschlagewerk über fast alle Inhaltsstoffe in Lebensmitteln) so durchs Leben. Da ich Laktose, Fructose, Sorbit und Histaminintoleranz habe, ist es doch etwas schwierig. Wenigstens vertrage ich Gluten… man darf nicht undankbar sein ;=)Ab und an vergreife ich mich immer noch, huste und würge fröhlich und nähe die Knöpfe meiner Hosen nach dem Abspringen durch den Blähbauch wieder an. Aber,sofern ich mich nicht mit dem Essen vertue: Erkältungen dauern ohne! Tabletten nur noch drei Tage, keine Migräne mehr, Neurodermitis ist verschwunden, keine Quinkeödeme mehr, keine Gelenkschmerzen, 30kg abgenommen (ohne Konsumverzicht, halt im Rahmen dessen was ich darf), keine Depressionen mehr, mir geht’s jetzt einfach gut.

Helene

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