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Darmbeschwerden

Arzt-Patienten-Forum wirft Blick auf Darmbeschwerden

Nahrungsmittelintoleranz: Renommierter Arzt rät Betroffenen zu Detektivarbeit

Dr. Herbert Zeuner ist Allergologe und Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Die Volkshochschule in Schwetzingen und die Kassenärztliche Vereinigung KVBW luden den renommierten Arzt aus Heidelberg kürzlich dazu ein, im Rahmen eines Arzt-Patienten-Forums die Umstände von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten einmal genauer zu beleuchten. Die Schwetzinger Zeitung fasste den Vortrag des Facharztes in einer Pressemitteilung zusammen.

Nahrungsmittelintoleranzen treten häufig auf

Dr. Zeuner räumte ein, dass die Anzahl der Nahrungsmittelintoleranzen und -Allergien kaum zu erfassen sei. Er ermunterte seine Zuhörer direkt, bei möglicherweise bestehenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten selbst zum Sherlock Holmes zu werden. In der Tat ist etwa jeder fünfte Deutsche betroffen. Die Symptome sind vielfältig: Kopfschmerzen, Depressionen, Hautreizungen, Schnupfen und Darmprobleme stehen auf der Tagesordnung. Diese Darmbeschwerden beruhen meist nicht einfach auf einem „Reizdarm“, sondern haben ganz individuelle und spezifische Auslöser. So kann zum Beispiel jemand, der keine Birkenpollen verträgt, gleichzeitig auf Steinobst mit einer Intoleranz reagieren.

Die drei Hauptdarsteller

Die drei häufigsten Lebensmittelintoleranzen sind die Histamin-, die Laktose- und die Fruktoseintoleranz. Bei einer Histaminintoleranz kann der Botenstoff Histamin, der bei allergischen Reaktionen ausgeschüttet wird, nicht ausreichend abgebaut werden. Dies führt unter anderem zu Hautreizungen und Atemnot. Bei einer Laktoseintoleranz kann der Körper den in Milchprodukten enthaltenen Milchzucker nicht ausreichend aufspalten, was in erster Linie zu Verdauungsbeschwerden führt. Bei der Fruktose-Intoleranz verhält es sich ganz ähnlich: Auch hier gelangt der Fruchtzucker unverdaut in den Darm und sorgt für Durchfall, Darmbeschwerden und Bauchschmerzen.

Fachkräfte nehmen sich zu wenig Zeit

Milchzucker ist in den verschiedensten Lebensmitteln enthalten – so auch in Wiener Würstchen. Die Entzündungen, die unverträgliche Lebensmittel verursachen, bringen schadhafte Veränderungen im Darm mit sich. Umso wichtiger ist es, bei Beschwerden wirklich die gesamte Ernährungsweise zu erfassen. Dr. Zeuner betonte in seinem Vortrag, wie bedauerlich er es findet, dass Nahrungsmittelintoleranzen sowohl in der Lehre an den Universitäten als auch in den Arztpraxen kaum eingehend betrachtet werden.

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